VDM Münzfabrikation
Anfang des 20. Jahrhunderts wurde dieser Werksteil errichtet, nachdem die ursprüngliche, 1874 in Betrieb genommene Verhüttung im ehemaligen Noell’schen Eisenwerk am anderen Flussufer, wegen zu geringer Kapazitäten unrentabel geworden war.
Im Laufe der Jahre wurde die neue Anlage immer wieder erweitert, bis sie schließlich um 1920 die heute noch erkennbare Ausdehnung erreichte – über das Doppelte der ursprünglichen Größe. 1980 war dann an dieser Stelle Schicht. Seitdem rottet das komplette Werksgelände vor sich hin. Angeblich gibt es seitdem einen Besitzer, der aus dem gesamten Gebäudekomplex einmal ein Freizeitzentrum machen wollte. Um den Erhalt der Bauten kümmerte sich dieser seitdem jedenfalls nicht.
Durch einen gelegten Brand verlor die Gießereihalle Mitte der 90er Jahre ihr Dach, die Trägerkonstruktion glühte weitgehend aus. Über den oberhalb der Halle am Hang vorbeiführenden Weg wird seitdem immer wieder Müll in deren Inneres entsorgt. Es ist schwer vorstellbar, dass hier einmal unter den widrigsten Bedingungen Erze geschmolzen, reduziert und Güsse vorgenommen wurden und vor allem wie. Wie sah der Maschinenpark aus? Welche Temperaturen herrschten hier? Wie war die Stimmung in der Belegschaft? Das sind Fragen, die mich bei der Begehung beschäftigen. Es finden sich keine Spuren der aktiven Vergangenheit, wie z.B. Kritzeleien von Arbeitern. Einzig Beschriftungen an Verteilerkästen lassen auf das ursprüngliche Inventar der Räume schließen.
Im Lagergebäude finden sich noch Bansen für Erze und Formsande, Blecheimer, in denen zuletzt das vorgeröstete Nickeloxid ins Werk geschafft wurde, ein Röhrenlager und die Übergabestation der Materialseilbahn, von der dies, neben der „Talstation” auf der anderen Flussseite, sowie einigen Fragmenten im Wald, das einzige Relikt ist.
