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Papierfabrik 733

letzte Änderung / last update:
26. September 2010

Fotos von / pictures taken:
08/2010, 09/2010

Objektstatus / status:
umgenutzt / re-used, verlassen / abandoned

Versteckt in einem Tal liegt diese Papierfabrik, deren Ursprünge an dieser Stelle bis ins Jahr 1855 zurückreichen. Die ältesten, noch erhaltenen Gebäude der Fabrik selbst, sowie der umliegenden Arbeiterhäuser, sind Teil einer zu dieser Zeit in Betrieb genommenen Tuchfabrik. Erst um die Jahrhundertwende stellte man die Produktion auf Papier um – ein Beispiel gelungenen Flächen- und Gebäuderecyclings schon zur damaligen Zeit.
Wie bei allen ehemaligen Fabriken dieses Tals, haben sich auch hier kleinere Gewerbe- und Industriebetriebe niedergelassen. Sämtliche Arbeiterhäuser, eine Fabrikantenvilla, sowie der Verwaltungstrakt, sind bewohnt und teilweise hervorragend restauriert.
Erreicht man die verschlafene Ortschaft, kann man die Fabrik zunächst nur an deren Kamin ausmachen, so dicht bewaldet ist das Areal inzwischen. Weite Gebäudeteile sind seit der Stilllegung Anfang der 1970er Jahre bereits eingestürzt, da hier vieles der Einfachheit (und wohl auch besseren Verfügbarkeit) halber aus Holz gebaut worden ist.
Das meiste Inventar wurde im Laufe der Jahre verschrottet, Pressen- und Trockenpartie der großen Papiermaschine durften an einem anderen Produktionsstandort noch eine kurze Renaissance erleben. Der gesamte Produktionsprozess, mit Kollergang, Pulpe, Papierholländern, sowie der Rundsiebpapiermaschine, speziell für langfasrige Papiere, wie sie hier vorwiegend hergestellt wurden, lässt sich allerdings immer noch gut nachvollziehen. Beeindruckend ist auch die einstige Krafterzeugung der Fabrik: das recht große Kesselhaus und zwei Turbinenhallen sind in das Fabrikgebäude integriert und noch so gut wie komplett erhalten. Mit Hilfe der Dampfturbinen wurde einst nicht nur die Fabrik, sondern auch die umliegende Wohnbebauung mit Elektrizität versorgt.
Wichtige Erzeugnisse der Fabrik waren Kohlen- und Getreidesäcke, Versandtaschen und beschichtete Spezialpapiere, von denen viele zum Patent angemeldet wurden und über lange Jahre ausschließlich unter hauseigenen Markennamen in Umlauf waren. Inzwischen sind alle hier entwickelten Patente allerdings erloschen und keines dieser Papiere wird mehr in Deutschland produziert.