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Kokerei Hansa

letzte Änderung / last update:
30. Januar 2011

Fotos von / pictures taken:
11/2008, 08/2009, 07/2010

Objektstatus / status:
umgenutzt / re-used, verlassen / abandoned

At the beginning of the nineties the structural change of the Ruhrgebiet’s economy reached the city of Dortmund. Rationalizations, namely the closure and decommissioning of all conceivable divisions of companies in the mining industry and their suppliers, are forming the shape of the city until nowadays.
After the last coal mine of Dortmund was closed and a little later the last collieries’ coking plants, the end of the heavy industrial era was certain.
One of them was “Hansa”, shut down completely in December 1992. The Hansa coking plant had comparatively small coke ovens, in many places barely patched and temporary-looking buildings from the founding period in the 1920s and the early postwar period and a seemingly archaic machinery. It was a very dirty place. Even if you mind the time twenty years ago, all these impressions present the image of an outmoded place of heavy industry, that somehow still had to be economically affordable – probably with the help of subsidies for the Ruhr coal industry. About 1000 people worked here. Only a few of them found work in a new, more powerful and efficient coke plant elsewhere in Dortmund.

Nachdem 1989 die letzte Dortmunder Zeche dichtmachte und kurze Zeit später auch die letzten Zechenkokereien, manifestierte sich ein Ende des über Jahrzehnte dauernden Dreiklangs „Kohle, Stahl und Bier“. Die Arbeit aller in dieser Zeit stillgelegten Dortmunder Kokereien, zu denen auch Hansa gehörte, sollte ab 1992 die neue, wesentlich leistungsfähigere Kokerei Kaiserstuhl III übernehmen.
Anfang der 90er erreichte der Strukturwandel auch die Dreiklangmetropole. Spezialisierungsbestrebungen und Rationalisierungen, namentlich Schließungen und Stilllegungen aller erdenkbaren Sparten von Betrieben der Montanindustrie und deren Zulieferer, prägen bis heute das Bild weiter Teile der Stadt.

Die Zentralkokerei Hansa, die im Dezember 1992, parallel zur Inbetriebnahme von Kaiserstuhl III, komplett stillgelegt wurde, wirkte heruntergewirtschaftet und technisch veraltet: recht kleine Koksöfen, an vielen Stellen notdürftig geflickte und provisorisch anmutende Bauten aus der Gründungszeit in den 20er Jahren und der frühen Nachkriegszeit, ein archaisch anmutender Maschinenpark und jede Menge Dreck. Auch die zum Schutz der Anwohner 1976 über dem Löschgleis zweier der umgebenden Wohnbebauung am nächsten gelegenen und nach 1986 weiter betriebenen Ofenbatterien errichtete, mit aufwändiger Abzugs- und Filtertechnik ausgerüstete, geschlossene Halle, konnten Augen und Nase nicht wohlstimmen. Summiert man seine Eindrücke von Hansa, ergibt sich das Bild einer (auch schon vor 20 Jahren) längst nicht mehr zeitgemäßen, aber wohl durch die Hilfe von Subventionen für die Ruhrkohle immer noch irgendwie finanziell tragbaren Stätte der Schwerindustrie, durch die bis zuletzt etwa 1000 Menschen in Lohn und Arbeit gehalten werden konnten. Nur wenige fanden danach Arbeit auf Kaiserstuhl; die meisten gingen in „Anpassung“ oder wurden arbeitslos.