Schrauben Dorn
24. März 2009
Fotos von:
02/2006, 03/2008, 01/2009, 02/2009, 03/2009
Objektstatus:
verlassen
Wir schreiben das Jahr 12 nach Stilllegung der weitläufigen Hinterhofwerkstätten in der Herner Nordstadt.
Seit zwei Jahren soll das Gelände eingeebnet sein. Passiert ist nichts. Alles vegetiert und bröselt vor sich hin.
Seit drei Jahren ist das Areal an eine Investorengruppe verkauft, die Pläne für eine Neubebauung stehen. Die architektonisch reizvollen, historisch wertvollen und in gutem Schuss befindlichen Hallen sollen einem Elektrogroßmarkt, einem Fitnesscenter und Parkplätzen weichen.
In den vergangenen drei Jahren habe ich zahlreiche Exkursionen ins Herz des einstigen Herner Vorzeigebetriebs gewagt, von Mal zu Mal wird die mich erwartende Szenerie skurriler. Inzwischen hat sich die Industrieruine zu einem Eldorado für Sprayer, Schrottdiebe und Fotografen jeden Genres entwickelt. Die Substanz schwindet häppchenweise, die Abfallberge wachsen. Eine seltsame Baustelle.
Dorn beschäftigte einst 600 Menschen, besaß bis Kriegsende einen eigenen Gleisanschluss, lohnfertigte zu Kriegszeiten Rüstungsprodukte und besaß mindestens 25 Patente im Bereich Schraub- und Klemmelemente. Bis vor kurzem gab es einen Nachlassverwalter – inzwischen ist die Firma Knipping-Dorn GmbH allerdings erloschen.