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Bahnbetriebswerk Herne

letzte Änderung / last update:
17. August 2009

Fotos von / pictures taken:
05/2009, 07/2009, 08/2009

Objektstatus / status:
verlassen / abandoned

Ein stillgelegter Rangierbahnhof hier, eine stillgelegte Zechenbahnstrecke dort und mittendrin liegen die Anlagen des Bahnbetriebswerks Herne seit nunmehr 10 Jahren brach. Seit Anfang des neuen Jahrtausends gehört das Gelände bereits der Stadt. Es gibt schon längst Nachnutzungskonzepte, doch scheint es hier wie sooft an finanziellen Mitteln zu scheitern,  um Altlasten zu beseitigen und die historischen Gemäuer des Ringlokschuppens und der Wagenhalle zu sanieren oder überhaupt abzureißen.
Vor der Stilllegung werden sich hier noch Rangierdiesel gehalten haben. Anfang der 90er Jahre beraubte die Bahn das Werk seiner Drehscheibe. Nur noch gelegentlich verirrten sich Triebwagen und Dieselloks zum Tanken auf das weitläufige Areal.
Eine Ausnahmeerscheinung bot sicherlich die bis zum bitteren Ende hier stationierte Köf-Rangierlok. Bis 1998/99 konnte sich das Betriebs-Wagenwerk (Bww) mit einer festen, kleinen Belegschaft hier halten, welches spezialisiert war auf Reinigungs- und Fristarbeiten an Selbstentladewagen für Schüttgüter.  Die Öffentlichkeit hatte am Ende des einst so großen und für den regionalen Schienen-Güterverkehr bedeutsamen Bahnwerks kein Interesse; amputiert, ignoriert – Abgang.

Die erste Remise stand bereits an dieser Stelle in der Mitte des 19. Jahrhunderts, als die Zeche Mont Cenis im benachbarten Stadtteil Sodingen Anschluss an die neu errichtete Köln-Mindener-Eisenbahn suchte. Die Stadt Herne hat dieser bedeutsamen Strecke, welche Westfalen mit den Rheinhäfen verband, ihren Weg von einer Ansiedlung einzelner Höfe und Dörfer hin zu einer Industriestadt zu verdanken. Strukturwandel im Wirtschafts- und Transportwesen taten ab etwa 1960 dann ihr Übriges. Der Güterbahnhof wurde jedoch noch verhältnismäßig lange Zeit in Teilen für Abstell- und Verschiebearbeiten genutzt. Mit dem Wegfall des Gleisanschlusses der Pumpenfabrik Müller am westlichen Ende fiel bereits Anfang der 70er Jahre der letzte unmittelbare Kunde der Bahn an diesem Standort weg. Die letzten, in Herne beheimateten, Dampflokomotiven für den Rangierdienst, verließen schon 1954 ihr angestammtes Werk.